Tag 26. (It’s the end…)

‘Tach! Der vierte Tag in Berlin ist angebrochen und am Ende desselben steht auch der Ende des Berlinaufenthalts sowie das Ende dieser Reise ansich…

Am ersten Tag hier ging’s gleich erstmal wie berichtet auf den Kudamm und anschließend in die Gedächtniskriche (in die Reste der alten, zerbombten, wie auch die Neue). Dann folgte natuerlich ein obligatorischer Besuch im Ka De We alias Kaufhaus des Westens was im Grunde Harrods auf Deutsch und im Endeffekt weniger spannend ist.

Weiter ging’s dann auf den Potsdammer Platz wo man sich mit der lieben Leni treffen wollte die sich mit voller Begeisterung als Reisefuehrer antrug! Am Potsdammer Platz ist halt alles komplett neu – riesige Glasgebäude, alles sehr schick und modern… hier soll eine neue Mitte entstehen – ob das funktioniert halte ich ja mal fuer eher unwahrscheinlich… das ganze wirkt etwas aufgezwungen und eben nun mal nicht von selbst gewachsten sondern hingestanzt. Dort fiel man sich aufjedenfall dann auch in die Arme und die wilde Reise mit Leni’s weissem Flitzer durch die Strassen von Berlin ging los!

Wir schritten durch das Holocaust Mahnmal, verloren dabei fast Sebastian, wir liefen hinter dem Brandenburger Tor lang bis zum Reichstag, begegneten einem selbstdarstellerischen Schwan auf der Spree, flitzten vorbei am Alexanderplatz, vorbei an den Hackischen Höfen, vorbei an tausend Dingen! Dann in den Prenzlberg und die Kastanienstrasse (wie wir uns sagen liessen auch als Castingstrasse bekannt ;o) ) und leckere Schamalaya (oder wie hiess das nochmal?) gegessen und bis 2 Uhr Morgens tratschen…

Heimfahren. Schlafen. Mit dem Aufstehen kämpfen. Los.

Treffen mit Leni im Cafe Balzac an der Schönhauserallee und dann auf mit dem Auto zum Alexanderplatz. Kämpfen mit Parkplatzirrsinn (50 Cent pro 15 Minuten), umparken und alles bestaunen. In Echt natuerlich alles ganz anders als man es sich vorgestellt hatte – kein riesiger Platz mit beeindruckender Weltzeituhr, keine schlichte DDR Romantik im großen und ganzen… Alles aufgerissen, Baustellen verseucht, alles zugebaut mit Zeugs wie McDonalds, Burger King und was weiß ich fuer Landplagen… Die Weltzeituhr steht winzig und fast unscheinbar darunter. Den Fernsehturm (liebevoll Telespargel genannt) kann man dann aber doch nicht uebersehen, also rein und rauf und einmal rum. Schön weil fuer Leni auch Premiere und generell beeindruckend das riesige Berlin aus der Luft zu sehen. Ungmöglich wars nur sich im Cafe eine Runde (oder neurdings sogar 2 Runden pro Stunde!) drehen zu lassen – eine lange Schlange aus Tanten und Omas hinderte uns daran. Wir also wieder runter und zu den Hackschen Höfen (Berlin ist bekannt fuer seine Innenhoefe!), weiter zur Spree – spontan auf ein Schiff aufgesprungen und eine Spreefahrt absolviert bis zum Zoo und wieder zurueck, vorbei am Reichstag, vorbei an der Charite, vorbei an der Museumsinsel. Wieder raus – lecker Eis im “Australien Homemade” geschleckt (das ist echt ein Traum!). Zurueck zum Auto und vorbei an der Eastside Galery, einem Rest der Berliner Mauer. Am Spreeufer sitzen und die Molecular Men angucken. Weiter nach Kreuzberg – Köfte im Brot essen, lecker! Noch kurz vor Ladenschluss bei Getränke Hoffmann reinstuerzen um Club Mathe zu ergattern um fitt zu bleiben fuer den Abend. Sabine abholen und ab zur Deutsch-Französischen Lesung bei Zadig. Raus und weiter zu Kiki Blofeld einem Club (Bar? oder wie sagt man da?) an der Spree mit Strand und Bootshaus und Bar und allem Drum und Drann! Durch Zufall noch eine Lesung im genannten Bootshaus erwischt also reinsetzen und zuhören. Ziemlich lustig! Dann noch an den Strand und gegen zwölf dann den Tag beenden… wir sind alle müde.

Wir haben also wahnsinnig viel erlebt in den letzten Tagen wie ihr seht mit Leni! Leni ist Profi wenn es heisst touristische Freunde durch die Stadt zu kutschieren und mal rumzuführen! Nochmal ein riesen Dankeschön an Dich Leni! Es war so klasse wie es rasant war! :o) Unvergesslich!!!

Gestern haben wir uns dann wieder allein auf die Socken gemacht. Erste Station – Besuch des Olympiastadions. Leider war ein Spiel abends und da konnte man dann nicht mehr rein deshalb. Darum wird das heute wohl nochmal nachgeholt. Zweite Station – schwelgen in Erinnerungen und deshalb Besuch in Pankow bei Tante Elses altem Haus und der Gegend in der Sebastian viel seiner Ferien in der DDR verbracht hat. Eine Wiese, ein Fußballplatz, ein Supermarkt – im Grunde alles noch genauso da, nur eben renoviert und doch anders. Dritte Station – Treffen mit Tante Uschi und Fuehrung durch die Bundestagsbibliothek. Lecker Abendessen, nochmal ein ausgedehnter Spaziergang zum Gendarmenmarkt und rundum und dann noch ein Tee in einer sehr gemuetlichen Teestube auf Kissen am Boden sitzend! Sehr schön! :o)

Und jetzt sitzen wir hier am Bahnhof, haben gerade unser Gepäck abgegeben (hier gibt es keine Schliessfächer, hier wird alles durchleuchtet und in einer Aufbewahrungsstelle verstaut), gefruehstueckt und benutzen wohl fuer das letzte Mal fuer lange Zeit das Service des Sidewalk Express der unsere Reise als Stamminternetcafe durch ganz Skandinavien begleitet hat! Gleich geht’s also nochmal zum Olympiastadion und dann ma’ gucken!

Und heute Nach 00:30 geht’s zurueck nach Krefeld. Und ich freu mich drauf! Endlich eine Waschmaschine! Endlich nicht mehr aus dem Rucksack leben! Endlich wieder daheim sein… ich ja noch nicht ganz daheim aber in einem Zwischendaheim! ;o)

Bis bald!

Tag 23. (First we take Manhatten – then we take Berlin!)

Gruesse Gruesse Gruesse aus der Stadt des Döners, der mittlerweile abhanden gekommenen Mauer, des Bären, der drei Damen vom Grill und und und… Nach ziemlich exakt 24 Stunden hatten wir die Reise Stockholm – Berlin beendet und sind im Jugendgästehaus (wunderschöner Untertitel: Haus der Begegnung! ;o) ) angekommen – oder besser, was von uns uebrig war! ;o)

So… achja. Mit Plan A hat’s dann doch nicht mehr geklappt. Nach etwa 1 Stunde hatten die netten Damen und Herren vom Stockholmer Hauptbahnhof dann zwar ihr Computersystem wieder zusammengeschraubt aber auch keine Tickets mehr fuer den Zug mit dem flashigen Namen “X 2000”! “Des muass wos gonz wos bsundares sei…” blieb uns da nur zu sagen und stiegen dann auf Nachtzug um – Abfahrt 23:05. Also hatte man plötzlich noch einen ganzen Tag in Stockholm den man mit Inhalt (möglichst sinnvollem natürlich!) fuellen sollte (ich krieg das mit dem “ü” noch nicht wieder so hin, bin das nicht mehr gewöhnt nicht mehr “ue” schreiben zu müssen – bitte um Nachsicht!).

Meinereiner wollte ja noch unbedingt nach Skane, einem Miniaturschweden mehr oder weniger. Da hatte ein netter Herr, dessen Name ich natuerlich vergessen habe, anno dazumals (ähhh… 1800-schlagmichtot) die grandiose Idee auf einem sehr gruenen Huegel Stockholms ein Freilichtmuseum zu eröffnen. Der Inhalt: Original Häuser ueberall aus Schweden die er einfach komplett abgebaut (samt Inhalt) und dort wieder aufgebaut hat (nachdem die dort keiner mehr braucht hoffe ich stark ;o). Aufjedenfall kann man jetzt dort quase einen Rundgang durch allemöglichen Gegenden Schwedens machen und sich alte originale Häuser, Kirchen, Tuerme, Bauernhöfe, Schulen, etc. pp. anschauen, was sehr interessant und schön ist! Ausserdem gibt’s noch einen kleinen Zoo mit Bären, Elchen, Rentieren (die wir irgendwie nicht gefunden haben, vermutlich blind daran vorbeigelaufen :o( ), Fuechsen und allem möglichen anderen Klein- und Grossgetier! Durchwachsen ist das ganze natuerlich mit Cafes und Ringelspielen und Gedöhns… so muss das aber auch sein… Leider hatten wir nicht soviel Zeit weil der Park im September schon wieder um 17:00 zusperrt, so haben wir nur etwa die Hälfte geschafft… ist aber wirklich eine feine Sache und sehr zu empfehlen.

Ueberhaupt ist Stockholm die ideale Stadt um mit Kindern Urlaub zu machen mussten wir feststellen: Der obengenannte Park ist klasse, dann gibt’s noch das Astrid Lindgren Museum, 2 Vergnuegunsparks, das Vasa-Museum (wo man auch prima mit Kindern hin kann) und halt Schiffchen fahrn und alles… Ich denke wenn man Kinder ist das echt ideal dort…

Den restlichen Tag haben wir dann auch noch irgendwie mit Kaffee und so rumgebracht und sind dann unsere Reise nach Malmö angetreten, wo wir auch um 6:35 ankamen – ziemlich zerbeult und desorientiert, aber trotzdem da. Dann gings mit dem Bus in das benachbarte Trelleborg, da fährt man nur eine dreiviertel Stunde, das geht ganz fix! Dort steppt tatsächlich nicht der Bär, wie wir feststellen mussten… wir wunderten uns schon, denn im Lonely Planet ist das eine der wenigen Städte zu der kein Stadtplan abgebildet ist und drunter steht “If you come to Trelleborg, don’t linger there too long!”. Es ist halt eh nett… es gibt dort ein paar Geschäfte und Kaffees und den Hafen. Das war’s dann aber auch schon wieder. Achja – ich vergass noch die unfreundlichen norddeutschen Touristen die sich standhaft wehren auf Englisch zu kommunizieren und noch dazu ein Gesicht machen wie drei Tage Regenwetter oder eher schon Weltuntergang!

Etwas mussten wir dann aber doch bleiben und tranken wiedermal Kaffee und warteten auf unsere Fähre nach Sassnitz (Ruegen) die um 13:00 ging. Bald war’s auch so weit und ab ging die Post… 3 1/2 Stunden später waren wir dann auch da, fuhren mit dem Bus nach Sassnitz Hauptbahnhof – obwohl das Wort Hauptbahnhof hier masslos uebertrieben ist. Alle die Irnfritz kennen sollen sich den Bahnhof dort forstellen – nur noch kleiner! Mit nähmlich nur einem Gleis + einem total ausgebrannten alten Bahnhofsgebäude gegenueber! That’s romantic! ;o) Nein, aber Ruegen selber ist wirklich sehr schön von der Natur her… wahnsinn… teilweise erinnerte es mich ans Waldviertel, so huegelig und gruen und bewaldet… aber irgendwie ist es viel runder… weiss auch nicht wie ich das beschreiben soll… und man sieht halt meistens auch noch auf’s Meer, das ist klasse!

Und dann ging die Fahrt mit den Regionalzuegen weiter. Zuerst nach Stralsund und von da dann direkt mit dem Express-Regionalzug (hmm… bleibt nur bei jedem zweiten Misthaufen stehen! ;o) ) nach Berlin. Ich dachte dass da ja was schnelleres gehen muesste aber das war die schnellste Verbindung – tatsächlich!

Irgenwann um halb 11 nachts kamen wir dann im Haus der Begegnung an *grins* und begegneten dort dem Portier der uns dann sagte in welchem Zimmer wir uns begegnen durften. Dort begegneten uns dann sehr nette Bette in die wir auch sehr schnell fielen nach dem wir noch kurz eine nasse Begegnung mit der Dusche hatten… hehe… ;o)

So. Und jetzt bin ich in Berlin! Berlin! Berlin…

So ganz glauben kann ich das alles noch nicht. Ich find’s befremdlich das plötzlich wieder alle Deutsch sprechen und muss mich zusammenreissen niemand mit Englisch anzusprechen oder “Hej” zu sagen… komisch kommen mir auch die Euros vor… ganz zu schweigen natuerlich von meinen Problemen mit der Deutschen Tastatur! Verrueckt verueckt…

Ich glaube wir wissen beide noch nicht dass wir nicht mehr in Skandinavien sind… zumindest nicht so richtig… Aber aufjedenfall freu ich mich jetzt auch erstmal riesig auf Berlin! Ich hab ja auch einen prima Reisefuehrer dabei – Sebastian hat glaub ich schon einen kompletten Plan im Kopf fuer die paar Tage. Heute geht’s hier am Kudamm los nach… ähhh…. Brandenburger Tor? Ich mein ja, aber das kann ich euch ja dann noch alles erzählen! :o)

Bis denn dann!

Tag 21. (oder – Wie uns der Reisegott verliess…)

Ein grosses Hallo aus dem grossen Stockholmer Bahnhof! Mittlerweile sind wir sogar Herr ueber ihn geworden und finden uns annähernd in seinem unterirdischen Gewirr aus Gängen und Hallen zurecht! Aber Stockholm insgesamt ist interessanter Weise Orientationstechnisch eine harte Nuss – in ihr hat sogar Sebastian, der uns zielsicher und und Vertun bis jetzt von Stadt zu Stadt und von Sight zu Sight gelotzt hat, einen ebenbuertigen Gegner gefunden! Und das will was heissen! Vorgestern haben wir uns so richtig schoen beim Heimfahren mit der U-Bahn (oder ihr T-Bahn genannt) verfahren… und dann auch noch gleich vergangen und nochmal verfahren. Wir haben dann zwar heimgefunden, aber Sebastian wurmte das schon ungemein. Aber am nächsten Tag gab es die Revange und Sebastian konnte seinen Titel “Master of Towns in Orientation” zurueckerlangen!

Zur Zeit sitzen wir beide etwas baff und bräsig am Hauptbahnhof, genauer gesagt in der Centralhallen herum nachdem ich mich 1 1/2 Stunden an den diversen Schaltern herumgeschlagen habe. Die Fahrt Stockholm – Malmö die wir nehmen wollten ist ausgebucht, der Zug darauf auch. Und nachdem ich dann nach einer kurzer Lagebesprechung mit Sebastian zurueck zu den Schaltern kam war dort inzwischen deren gesamtes Computersystem zusammengekracht. Sie hoffen dass es vielleicht in 1, 2 Stunden wieder geht – muss aber nicht sein… Nun. Was will man da tun?! Nix. Man muss das sportlich sehen denke ich. Erstens hatten wir bisjetzt eh nie Probleme mit den Zuegen, abgesehen mal von der Fahrt Oslo – Bergen wo wir nicht wussten das wir reservieren mussten und dann im Zug noch Tickets fuer die Comfort Klasse kaufen mussten (aber es soll uns was schlimmeres passieren! ;o) ). Zweitens ist das doch das täglich Brot von Interrailern und Helden wie uns: Die Ungewissheit, die 5 l Kaffee täglich die man während des Wartens trinken muss, die Spontaneität und die Ungebundenheit! Solange wir irgendwie morgen in Trelleborg unsere Fähre nach Deutschland erreichen, ist mir das gleich wie wir fahren… Aber wir werden sehen. Ich hoffe ja mal die kriegen ihre Hard- und Software wieder zusammengeschraubt und der Wahnsinn kann weitergehen! :o)

Gestern gab’s noch volle Besichtigungs-Action hier in Stockholm… Zuerst schlenderten wir eine enorm beflaggte quasi-Mariahilferstrasse hinunter und kamen dann zum Vorplatz des Hauptbahnhofs (oder auch Hinter- oder Nebenplatz – hier in Stockholm weiss man solche Sachen nicht so genau…) gingen dann ins Kulturhaus wo ich zwei formschöne Badges erstand fuer meine Jacke – blöd nur dass wir bis jetzt nicht genau entziffern konnten was das heisst was da drauf steht (um sachdienliche Hinweise wird gebeten!): Auf derm ersten steht “Bli min pall”, was ich frei mit “Sei mein Freund” uebersetzte und deshalb entzueckt erstand. Nachschlagen im Wörterbuch und im Internet hat aber ergeben dass es so etwas wie “Sei meine Palette” oder “Sei mein Strohlager” oder so heistt… hmmm. Badge zwei trägt die schöne Inschrift “Kungar med pungar” – muss ja sowas wie “Eile mit Weile” oder “Ohne Schweiss kein Preis heissen”… hmm… unsere intensiven Uebersetzungsversuche ergaben: “Königlich mit Beutel”… Häää? Naja. Kann bei uns ja sowieso keiner lesen – gottseidank wahrscheinlich! ;o)

Dann fuhren wir auf’s Dach des besagten Hauses und nahmen einen Kaffee zu uns, auf die Dächer von Stockholm blickend. Dann gings wieder runter und zur nächsten Destination – Vasa Museum! Als ich davon das erstemal hörte, dachte ich die Stellen da Knäckebrot zwischen 1802 und 1993 aus. Falsch gedacht! Die Vase war ein Kriegsschiff das Anfang des 17. Jahrhunderts in den Krieg gegen Polen ziehen sollte. Das Problem war nur dass es zur Familie der Fehlkonstruktionen gehörte und sofort im Hafen Stockholms auch wieder unterging. Dort lag es dann bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts und wurde dann wieder ans Tageslicht geholt um jetzt im Vasa Museum in voller Pracht, Groesse und Gruselhaftigkeit fuer 80 Kronen pro Personen, Studenten 40 Kronen, besichtigt werden zu können! Das tat unsereins dann auch und es war wirklich ziemlich beeindruckend…

Ja und heute geht’s ja eigentlich auf nach Malmö um von dort morgen nach Trelleborg wo unsere Fähre nach Deutschland, um genauer zu sein Ruegen (Ruegen!!! Ich seh Ruegen!! Freude, Freude!) , ablegt. Und dann sind wir ja noch bis Freitag in Berlin und machen dort die Gegend unsicher!

Ja, ein bisschen Helden sind wir inzwischen vielleicht wirklich geworden! Aufjedenfall geht das mitm Schleppen und Hatschen schon ganz gut… Lustig ist dass wir heute, als wir so darueber nachgedacht haben, dass Morgen die Reise durch Skandinavien zuende ist wir weder traurig noch froh waren… Ich glaub wir können uns das gar nicht vorstellen, nach drei Wochen ´Herumfahrerei und allem… hmm. Es war aufjedenfall klasse! Wirklich wahr… und Berlin wird auch nochmal klasse! :o)

Tag 19. (14 islands in the rain…)

Hej Hej, nasse Gruesse aus dem wirklich wunderschönen Stockholm! Seit gestern regnet es abwechseln Cats and Dogs und zwischendurch auch kleineres Getier. Aber irgendwann musste uns der Wettergott auchmal im Stich lassen… alles andere wär ja gruselig gewesen und hätte an Vodoo gegrenzt!

Vorgestern sind wir ja mit dem Schiff, diesmal wars die Isabella, von Turku wieder zurueck nach Stockholm gefahren. Es gab nochmal Kötbulla und Erdäpfelpueree (leider diesmal schlecht gesalzen und wässrig… :o( ) und dann zur extremen Belustigung unsererseits Tanz im Seaside Cafe! Hermann und Rudolf (oder wahrscheinlich eher Sören und Björn) gaben auf Keybord, Gitarre und Schlagzeug einen Schlager nach dem anderen zum besten (in stilsicherem Finnisch!) und das pensionistische Volk liess sich mal so richtig gehen (wie sich das gehört wenn man schon mal mit Mutter auf’m Schiff is!) und innerhalb kuerzester Zeit steppte der beruehmt beruechtigte Bär auf der Tanzfläche! Da waren auch bald drei Gruppen anzutreffen:

  1. Die Vorsichtigen. Sie tanzen zwar schon lange und auch gerne, aber insgesamt ist ihnen das alles nicht so ganz geheuer und sie sind mehr die stillen Geniesser. Man erkennt sie an einem verträumt, durch den Raum schweifenden Blick und am mit der Musik mitsingen.
  2. Die Experimentierfreudigen. Der Grund warum es die Vorsichtigen unter anderem gibt – sie sind auf der Hut vor den Experimentierfreudigen. Sie waren anno 1950 mal fuer eine Woche in der Tanzschule und haben seitdem ihre ungestueme Liebe zum Parkett entdeckt. In ihren eigenen Augen sind sie die Stars der Tanzfläche, fegen was das Zeug hält hin und her und bauen im Notfall den Walzerschritt aus. Eine suesse Hass-Liebe pflegen sie zu den Experten von denen sie spontan Schritte und Bewegungen abschauen und ohne Ruecksicht auf Verluste in die eigene Performance einbauen. Das kann im extrem Fall zu Knochenbruechen, Prellungen oder plötzlichem Tiefschlaf fuehren.
  3. Die Experten. Sie besitzen eine goldene Mitgliedskarte in der stadteigenen Tanzschule und sind mit den Besitzern auf Du und Du. Hilde und Reinhard aus dem Nachbarhaus begleiten sie seit Jahr und Tag und gemeinsam haben sie schon viele lustige Tanzabende beschritten. Auf dem Parkett sind sie die eigentlichen Stars. Das lassen sie die anderen auch merken indem sie einen Radius von etwa 5 Metern fuer sich beanspruchen, mit hektischen Bewegungen brillieren möchten und es dringlichst vermeiden zu lächeln, zu reden oder sich gar anzusehen!

Wir hatten also einen hoch amuesanten Abend wie ihr seht! Danach haben wir einen Drauf gemacht! Hehe! Die Sau rausgelassen sagt man ja auch so schön! Nein… wir waren weder in der Disko noch haben wir uns sinnlos betrunken… Wir waren zocken!!! :o) Das Schiff hat eine kleine Computerspielhalle, oder mehr Raum eigentlich, in dem wir uns so richtig ausgetobt haben! Ich bin Motorrad, Motorboot, Auto und Schneemobil gefahren!!! Das war eine Gaudi… wirklich wahr… :o)

Um 12:00 hatten wir dann aber genug und sind schlafen gegangen. Diesmal hatten wir ja eine Kabine… aber das ist nix fuer mich. Das sind natuerlich so ganz kleine Räume, was ja okay ist, ich bin ja auch schon soviel Zug in der Nacht gefahren, dass mir Enge eigentlich nix ausmacht. Das Problem war nur, dass die kein Fenster haben, weil die halt irgendwo im Bauch vom Schiff sind und ich kam mir da vor wie eine Sardine oder so. Irgendwie war das absolut furchtbar fuer mich nicht zu sehen was da draussen passiert und dann noch in so einem winzigen komisch schwankenden Raum schlafen zu muessen. Ich habs dann doch geschafft… aber da war mir fast das am Boden schlafen lieber. Da waren Fenster und das war ein grosser Raum. Die Klaustrophobie lässt gruessen!

Wir sind aber gut angekommen, und mit uns auch die Pensionisten die am nächsten Tag gar nicht zerknittert sondern 1A schon wieder am Ausstieg standen… Wir dann also raus und mit dem Bus zum Bahnhof gefahren. Und so schön Stockholm ist so schrecklich ist der Bahnhof hier! Wirklich… das ist ein Gewusel aus 50 verschiedenen Gebäuden, Gängen, Rolltreppen und Zeugs… sowas unuebersichtliches hab ich ja noch nie gesehen! Gottseidank hab ich hier aber den super Vorteil das ich relativ ungestört fluchen kann – versteht mich ja keiner… :o) Und Klaus und Ursula aus Duesseldorf muessen das abkoennen! ;o)

Als erstes mussten wir warten bis es 9 war und ueberhaupt irgendwas aufmacht… wir waren ja schon recht frueh angekommen… Dann gings als erstes zur Wäscherei! Das war mittlerweile mehr als nötig da’s ja in Finnland sowas so gut wie gar nicht gab, bis auf einmal und da mit Warteliste und Gedöhns, wie gesagt. Wir also mit unserer Tasche, mit dem schönen Beinamen “Stinkbombe” oder auch liebevoll von uns “Höllenhund” genannt, rein und mit wohlriechendem Bekleidungsmaterial wieder raus! Leider ist anscheinend ein bisschen was schief gegangen haben wir heute morgen bemerkt… Die Jeans und T-Shirt sitzen recht eng und wirken etwas kurz… Das Problem war, dass als es ans trocknen ging uns die Dame noch fragte “Whicht temperatur?” und wir nur ziemlich blöd dreinschauten und sowas wie “Hmmmpf..” oder “Pfff…” sagten… also stellte sie auf 65 Grad und meinte nur das wir das noch umstellen können. Sebastian verstellte dann zweimal von 65 auf 45 Grad… im Endeffekt landeten wir aber wieder auf 65 Grad. Was weiss ich wie warm das sein soll?! Naja… deshalb tragen wir jetzt eine gefuehlte Groesse kleiner… aber solangs passt! ;o)

Dann rein ins Hotel und einen wunderbaren Rest-Ausspann-nur-Fernseh-schau-und-im-Bett-Ess-und-Schlaf-und-Schön-Tag gemacht! Schön war das! Schöööööööööööön!!!!!!! :o)

Heute gings dann aber wieder wie gewohnt weiter… Zuerst in die Innenstadt, dann eine zweistuendige Hafenrundfahrt und dann noch ins Modern Museum. Leider ist es ziemlich verregnet und wir haben heute morgen die Regenjacken daheim gelassen weil wir strahlend blauen Himmel hatten… jaja… fies ist das… aber die Hafenrundfahrt hat uns wiedermal gerettet und so sind wir relativ trocken davon gekommen! Stockholm ist klasse und wunderschön! Aber davon erzähl ich euch morgen mehr… irgendwie hab ich kalte Finger, es zieht hier so komisch, und Sebastian wartet draussen auf mich…

Ich gruesse Euch alle, danke fuers lesen und die schönen Kommentare! Moi Moi! Manu

Tag 17. (Goodbye Finland! Hello stinking socks!)

Wow… hab mich grad selbst erschrocken, als ich nachgezählt habe, wieviele Tage wir jetzt schon unterwegs sind. 17 Tage, das ist eine lange Zeit, und so lange kommts mir auch vor… länger eigentlich. Sebastian und ich haben mittlerweile jedes Gefuehl fuer Zeit, Daten oder Wochentage verloren. Irgendwie zählen wir nur noch in Uebernachtungen und Städte… Wenn nicht dieser Blog wäre, hätte ich gar keine Orientierung mehr.

Es ist ein verruecktes Gefuehl eine so lange Reise zu machen. Nach den ersten 6 Tagen war das Gefuehl schon so, dass es nicht schlimm wäre jetzt wieder heimfahren zu muessen. Man hat eh schon was erlebt, viel gesehen… aber nein, es geht weiter und weiter. Sebastian und ich fuehlen uns ein bisschen wie in der alten VW Werbung: Und er läuft und läuft und läuft… ! ;o) Nicht dass es nicht schön wäre. Aber es ist ein ganz seltsamer Ausnahmezustand. Es ist ein seltsames Gefuehl von Alltag was auch eingesetzt ist. So als wär es unser Job alle zwei Tage eine andere Stadt zu sehen und als wuerd es gar nicht mehr aufhören. Irgendwie lebt man in einer verrueckten Blase aus Hotelzimmern, Landkarten und Zuegen. Und dieser Zustand bleibt chronisch – wir sind noch 9 Tage unterwegs (Berlin mitgezählt)!

Da sind aber mittlerweile auch so ein paar Dinge auf die ich mich schon wie verrueckt freue:

  • Eine eigene Waschmaschine! Ich hatte ja keine Ahnung was fuer Ausduenstungen ich entwickeln kann! Vorallem stinken zum ersten mal in meinem Leben abends die Socken richtig richtig schlimm und meine Schuhe haben ein Ouvre entwickelt dass es nicht mehr zulässt im Zug einfach die Fuesse hochzulegen… Ganz zu schweigen natuerlichen von dem komischen Geruch den die T-Shirts annehmen wenn sie ueber Tage im Rucksack herumgeschleppt werden… eine Mischung aus Chlor und Majonaise irgendwie – bah!
  • Österreichisches Essen!!! Saure Wurst! Schweinebraten! Faschierte Laibchen mit Erdäpfelpuerre! Unsere guten Semmeln! Mmmmhh… nix gegen das Essen hier… aber Wurst können die Skandinavier auch nicht so richtig gut machen und das Brot schmeckt oft komisch suess… ausserdem beherrschen sie fast nirgends die hohe Kunst des leckeren Bahnhof-(Anker)-Baguettes… jaja… dafuer gibt’s im Kino gesalzenes Popkorn – ganz grosses Plus!!!
  • Ein eigenes Bett! Einen Fernseher! Und einen ganzen Tag nix tun! Mich keinen Meter bewegen! Mittlerweile kann ich echt unter die Langstrecken-Geher gehen… und das ist zwar auch schoen und tut mir ja gut, aber so einen Tag nur Ruhe! Keine Stadt, keine Kultur, keine Menschen!! Hmmm….

Insgesamt geht’s uns aber recht gut. Allgemeine Erschöpfung macht sich nur teilweise breit… am Anfang waren wir das viele Hatschen und Rucksack tragen nicht gewöhnt… jetzt ist das eigentlich das kleinere Problem, aber man ist irgendwie uebersättigt vom Dinge sehen ganz einfach. Heute zum Beispiel sassen wir hauptsächlich in Turku auf einer Bank und brauchten ewig uns aufzurappeln… aber es geht dann ja doch immer wieder weiter und weiter… und das ist ja auch gut und schoen so! Mich plagt ja auch die ganze Zeit die Angst was zu verpassen und treibt mich voran!

Gestern und vorgestern haben wir uns also Turku angeschaut. Zunächst gingen wir dem Auftrag “Wäsche waschen” nach weil Sebastian schon ziemlich arm beinander ist was das angeht und mein Zeug auch mittlerweile alles andere als taufirsch ist. Also sind wir wieder einmal die beruehmt beruechtigten 500 m gegangen und dann ein wirklich nettes kleines Cafe gefunden, aber auch das Problem, dass sie nur 1 Waschmaschine, 1 Trockner und 1 Warteliste hatten. Also haben wir nur einen Kaffee getrunken, sind nach dem gescheiterten Versuch einen anderen Waschsalon zu finden (ich mich natuerlich noch schönstens blamiert und alle gefragt: “Is there a laundry around here?” also “Gibt’s hier irgendwo Schmutzwäsche?”) wieder die 500 m zurueck und unser dreckiges Zeug wieder verstaut.

Dann haben wir uns die Stadt angeschaut und Helsinki ist echt klasse! Mein erster Eindruck war ja weniger toll, aber mittlerweile finde ich es richtig toll! Es ist viel städtischer als die anderen Städte in denen wir bis jetzt waren… es erinnert mehr an Wien – es ist gross und modern, hat aber auch so was dreckiges ansich, vielmehr Leben irgendwie… eben so wie Wien. Andere Städte wie Oslo sind eben so poliert und schick… das ist Helsinki weniger… und das gefällt mir! Es gibt viele Museen dort, viele Cafes und Parks und wenn wir nur ein bisschen mehr Zeit gehabt hätten hätten wir sicher viel tolles entdecken koennen… so konnten wir nur einen groben Rundgang machen… aber ich denke, und da sind Sebastian und ich uns einig, dass Helsinki unbedingt noch eine Reise wert sein wird… diese Stadt sollte man sich genauer anschauen!

Seit gestern sind wir also in Turku. Turku ist eher ziemlich provinziell… es gibt hier auch nicht soviel zu sehen ausser viele Geschäfte und Museen, aber fuer Museen sind unsere Köpfe zu voll im Moment. Dafuer waren wir in Geschäften und haben dem Sebastian 2 T-Shirts gekauft… zwecks Mangels an Waschsaloons in Finland. Man sollte Wegwerf T-Shirts erfinden, das wär extrem nuetzlich!

Heute Abend geht es aber auch schon wieder nach Schweden, Stockholm, zurueck mit der schoenen grossen Fähre! Und diesmal haben wir ja auch noch eine Kabine fuer uns zwei ergattern können! Und dank des Interrailtickets zahlen wir ja nur die Hälfte! :o) Fuer mich heisst das jetzt auch Schluss machen… wir muessen unser Gepäck aus dem Hotel holen und dann zum Bus gehen… um 21:00 fahren wir ab und 12 Stunden später, morgen Frueh, sind wir in Stockholm! Stockholm wird klasse werden! Wir freuen uns schon so sehr da drauf! :o)

Hej Hej oder Moi Moi, wie man hier sagt! Und wenn ihr von weitem etwas seltsames riecht – das sind wir! ;o)

Tag 14. (from Turku to Helsinki in two hours)

Hej Hej! Wir haben’s geschafft uns sind erfolgreich in Helsinki gelandet! :o) So, aber erstmal von vorne… ähhh… ja.

Also wir haben uns dann ja noch Oslo angesehen am Freitag. Oslo ist eine schöne Stadt finde ich… (Uebrigens fällt mir grad auf – in diesem Land gibts wieder “ä” und “ö”! Wie schöööön…) Es erinnerte uns beide ziemlich an Köln so vom Baustil her und den Menschen. Es herrscht ein bisschen ein Schaulaufen und die riesigen Gebäude und alles sind sehr prunkvoll… Oslo hat also wenig verspieltes oder provinzielles oder so. Trotzdem eine schoene Stadt und gegen Bergen und Starvanger eine ganz gute Abwechslung! Wir haben uns dann zum Schloss vorgearbeitet dem man extrem nahe kommen darf… das hätte ich mir nicht gedacht… Haben dann auch noch einen Marineoffizier und einen vom Heer rauskommen sehen und die fetten schwarzen Mercedes parken hinterm Schloss. Wien in England wird es aber auch von so Garde-Soldaten bewacht die brav auf und ab maschieren und immer etwas böse schauen muessen. Dahinter liegt dann ein schöner kleiner Park. Dann sind wir in den Hafen wo wir ein tolles Lokal gefunden haben die sogar anständige Preise hatten. Dort haben wir uns den beruehmt beruchtigen Kaffe und Kuchen gegoennt dessen erbauliche Wirkung ich hier nochmal wirklich loben muss! So manche Gebräuche von Tanten und Omas haben schon was! Dann sind wir weiter auf eine mittelalterliche Burg rauf (Name und so hab ich momentan vergessen… aber ich werd das alles nochmal nachlesen…) die wunderschoen war und von der man einen tollen Blick auf den Hafen und die umliegenden Fjorde hatte. Dort wurde Sebastians Urangst vor Fallobst (oder auch der gemeinen Fallnuss!) bestätigt! Wir sassen so auf einem Vorsprung und genossen den Ausblick da gings plötzlich “Bums” und etwa einen Meter neben Sebastian lag ein schöner grosser Apfel auf dem Boden den der Apfelbaum ueber uns gezielt abgefeuert hatte… sowas passiert aber immer auch nur ihm… sooft wie der in den letzten Jahren von Nuss-, Kastanien- und Apfelbäumen beschossen wurde… das passt auf keine Kuhhaut! ;o)

Naja. Dann sind wir abends zurueck ins Hotel und auf’m Heimweg haben wir noch eine tolle Entdeckung gemacht: Da legte ein DJ auf einem Platz mitten vorm Edelhotel in Oslo auf und es wurde hefitgst getanzt und wir gesellten uns ein bisschen zu den Schaulustigen (wo sind meine drei Kolleginnen, wenn ich sie zum abrocken brauch??! :o) )… das war richtig toll und einfach frei zugänglich… hat meinereiner ja noch nicht gesehen sowas… sehr fein…

Die letzte Nacht in Oslo haben wir dann sogar ohne weiteren Feueralarm verbringen duerfen, was sehr angenehm war! ;o) Morgens haben wir uns dafuer schoen verschlafen und sind dann ohne Fruehstueck zum Bahnhof um den Zug nach Stockholm noch zu kriegen. Ging sich aber alles prima aus und innerhalb von sechs Stunden waren wir dann auch schon in Stockholm gelandet! Das ist eine echt schoene Stadt, was ich bis jetzt so gesehen habe und ich freu mich schon wieder drauf dorthin zurueckzukommen wenn wir nach Turku ein bisschen Zeit dort verbringen! Dort versuchten wir dann den richtigen Bus zum Hafen zu finden und mussten auch noch einer Schwäbin weiterhelfen die auch gerade gelandet war und keine Ahnung hatte wie sie zu ihrem Hotel kommt. Sebastian hat gottseidank eine extrem gute Orientierung und hat es geschafft sie in die richtige Richtung zu lotzen und uns auch noch ans Ziel zu bringen! Ein netter Busfahrer (uebrigens – Astrid, wusstest Du dass Dein Vater in Stockholm ein Doppelleben als Busfahrer fuehrt?! ;o) ) sagte uns dann noch wo wir aussteigen mussten und so kamen wir heil am Fährhafen an. Dort dann Tickets kaufen und warten, warten, warten.

Und das war ein Schiff mit dem wir da gefahren sind! Das sag ich euch… so ein richtig grosses! Sowie bei Traumschiff kam ich mir vor! Da gabs Eingangshallen und Geschaefte und Restaurants und eine Disko und alles alles alles! Wahnsinn… sowas hat ja meinereiner noch nicht gesehen!

Da schaut mal! Hab ich im Internet rausgesucht das Photo, weil ich das Schiff gar nicht auf einmal auf die Kamera brachte! ;o) Is aber echt riesig… Die Ueberfahrt nach Turku dauert ja 12 Stunden… leider haben wir keine Kabinen mehr bekommen und nur mehr Sitzplaetze. Was aber nicht hiess, halbwegs bequeme Zugsitze sondern so ganz komische Dinger… aufjedenfall sind wir mal raus und haben uns die Hafenausfahrt angeschaut bis es zu kalt wurde. Dann haben wir Nachtmahl gegegessen im Seaside-Cafe… Kötbulla gab’s sogar! Also was echt Schwedisches und die schmeckten auch so wie bei Ikea! ;o) Dann haben wir uns noch ein bisschen Mut angetrunken fuer die Nacht mit Birnen und Apfel Cidre… ;o) Hat aber nicht viel geholfen weil wir ur schnell muede wurden und es also nicht schafften die Nacht durchzumachen wie geplant… Dann gingen wir zu unseren Sitzen und habens dann wie die anderen gemacht und die Nacht am Boden dazwischen verbracht… war zwar ziemlich eng und hart, aber noch besser als in den blöden Sitzen sitzen…

Dann ging’s auch ziemlich schnell und wir waren auch schon wieder in Turku angekommen wo sowas von toter Hose herrschte… es war 8:15 und da war niemand! Niemand auf der Strasse! Nach langem ueberlgen kamen wir auch erst drauf das ja Sonntag war und das dann schon etwas verständlicher… aber das war fast gespenstisch! Dann sind wir gleich zum Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Helsinki, was nur zwei Stunden dauert, also ganz flott geht! Ich bin sofort wieder eingeschlafen, kann mich also an nicht viel erinnern…

In Helsinki sind wir dann brav in die Touristeninformation maschiert um uns von dort ein Hotel zu beschaffen wie bis jetzt immer – dann braucht man nämlich nicht selbst anrufen, das spart Geld! Aber die sagten dann nur – hier ist die Broschuere, anrufen muessen sie selbst. Das hätt ma uns also sparen können, weil wir die Hotels eh auch im Lonely Planet stehen haben… Naja. Dann haben wir uns von einer Parkbank aus halt durchtelefoniert und jetzt eine kleine Pension gefunden. Sie ist ein bisschen schrullig (z.B. geht das Badlicht nicht wenn die nebenan das Licht im Bad abdrehen…) und sehr hellhoerig (als wir reinkamen dachten wir es steht wer bei uns in der Dusche und Sebastian musste schauen gehen, weils nach Mann klang, dabei sind die Waende nur so duenn das man glaubt der Nachbar duscht bei einem im Bett! ;o) ) aber sauber und guenstig. Dann haben wir uns erstmal fuer 5 Stunden auf’s Ohr gelegt… wir waren doch recht fertig nach der Ueberfahrt und allem… ja, und jetzt sind wir da und werden gleich noch ein bisschen herumlaufen.

Was ich bisjetzt so sagen kann: Es erinnert alles ein bisschen an Russland oder schaut zumindest etwas sozialistisch aus… ganz anders als in Schweden und Norwegen… Helsinki hat aber auch sehr schoene Ecken, was wir bis jetzt gesehen haben und die Stadt ist sehr sauber… Die Sprache erinnert aber auch schon vielmehr ans Russische und die Leute hier sprechen weit schlechter Englisch als ihre Nachbarn… im Hotel vorher haben wir uns grad fast einen Abgebrochen bis auf allen Seiten klar war, was wir eigentlich wollen. Es ist aufjedenfall sehr interessant und ich freu mich schon auf Helsinki… hier gibt es uebrigens, was wir bisjetzt so gesehen haben, auffallend viele Cafes, im vergleich zu den letzten Städten, was dem Österreicher ansich ja das Herz höher schlagen lässt! :o)

Wir gehen jetzt die Stadt anschauen! Achja… uebrigens haben wir es endlich geschafft und sind in einer anderen Zeitzone gelandet! Hier sind sie eine Stunde weiter als bei uns… :o)
Schoenste Gruesse!

Tag 12. (back in Oslo)

Guten Morgen, guten Morgen! Irgendwie schau ich heute ein bisschen komisch aus der Waesche, glaub ich… das war eine aufregende Nacht, das sag ich euch! Aber erstmal von vorne weg…

Vorgestern sind wir ja in Starvanger an- und bei dieser netten Dame untergekommen. Abends machten wir dann grosse Sitzung: Die riesige Skandinavienlandkarte ausgepackt, tausend Zetteln, den Reisefuehrer, Radiergummi, Bleistift… es sah ein bisschen aus wie im NASA-Kontrollzentrum bei uns… nur etwas kuscheliger, weil wir auf dem Bett sassen! ;o) Aufjedenfall ging es darum den weiteren Verlauf unserer Reise zu planen. Und der Norden ist als Verlierer hervorgegangen. Ich muss jetzt naehmlich mal was sagen: Diese drei Laender sind riesig! RIESIG! R-I-E-S-I-G!!! Als Oesterreicher der sein Land in, geschaetzten, acht Stunden locker durchqueren kann hat man ja gar keine Vorstellung wie gross etwas sein kann! Deutschland ist da ja auch ein Dreck dagegen! Aufjedenfall haben wir uns maechtig verschaetzt als wir immer so locker ueber die Karte zeigten und “das und das und das und das sehen wir dann alles!” gesagt haben. Das geht sich naemlich hinten und vorne nicht aus. Wenn wir jetzt von Oslo auch nur ins noerdlichere Schweden fahren sind wir schon ewig unterwegs, um genauer zu sein etwa 24 Stunden. Das heisst sehr viel Zugfahren, auch nachts bei gleichzeitig immer weniger werdender Zeit um sich die Orte, zu denen man faehrt, anzuschauen. Hmmm. Und irgendwie ist uns das dann auch zu bloed. Weil man will ja auch was sehen! Und Zug fahren ist zwar schoen, aber nur noch?! Das wollen wir beide nicht. So wie gestern, wo wir 8 Stunden von Starvanger nach Oslo unterwegs waren, das ist grad richtig… kann auch ein bisschen laenger sein von mir aus. Aber alles andere macht nicht viel Sinn. Aufjedenfall heissts deshalb goodbye North und Hello Rest of the Journey! :o)

Plan ist jetzt folgender: Morgen von Oslo nach Stockholm fahren (was sicher den ganzen Tag dauern wird und Norwegen tschuess sagen!), dort uebernacht. Am naechsten Tag nach Helsinki. Dort einen Tag bleiben. Dann von Helsinki nach Turku, dort einen Tag bleiben. Von Dort mit der Faehre wieder nach Stockholm, dort einen Tag bleiben und dann nach Malmoe, dort einen Tag bleiben und dann am letzten Tag nach Trelleborg fahren, damit wir unsere Faehre nach Sassnitz bekommen um von dort dann nach Berlin weiterzufahren. That’s the plan. Alles andere waer wahnsinn, wie wir erkennen mussten. Jetzt ist es zwar ein bisschen ein Hin- und Hergefahre, aber ein bisschen Wahnsinn muss ja sein! ;o)

Aufjedenfall sind wir gestern dann wieder in Oslo gelandet und sind gleich in das Hotel gegangen wo wir schon wie wir das letzte Mal hier waren Zimmer reservieren liessen. Wir sind nur ein bisschen veraergert weil die uns diesmal ein Zimmer gegeben haben was 300 Kronen mehr kostet als das beim letzten Mal! Das konnte ja keiner wissen… man denkt sich halt das man wieder ein Zimmer in der selben Preisklasse bekommt… wenn dann haetten die einen sagen muessen, dass sie nur noch ein teuereres Zimmer haben. Aber sie sagten nix und als wir den Preis erfuhren war es schon zu spaet, da waren wir schon eingecheckt. Naja. Wir liegen jetzt knapp uebern Limit mit dem Zimmer, aber dafuer haben wir gestern so guenstig uebernachtet… aber mich kann sowas immer masslos aergern! Arrghh…

Achso… und jetzt noch zur aufregenden Nacht: Wir blieben gestern abend dann noch im Zimmer und haben gelesen, weil wir ziemlich kaputt von der langen Zugfahrt waren. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen. Ploetzlich machts “TUUT TUUUT TUUUT TUUUT…”. Zuerst dache ich ich traeume, dann dachte ich es waer mein Handy was eindeutig zu laut eingestellt war, ganz zu schweigen davon dass es mitten in der Nacht sein musste! Dann merkte ich dass es das alles nicht sein konnte und da sagte Sebastian schon “Das ist Feueralarm…”. Wir also aus dem Bett. Sebastian interessanterweise extrem zielstrebig. Ich total verpeilt weil aus dem Bett gerissen und dieses “TUUT TUUUT TUUUT” macht einen echt richtig nervoes. Verzweifelt versuchte ich ewig lang meine Jean und das T-Shirt zu suchen… weil wir wussten dass es da draussen schweine kalt sein muss, weil es untertags auch nicht mehr sehr warm wird… und irgendwie… hmm… wahrscheinlich sollte man einfach im Pyjama bei sowas rausrennen… aber irgendwie sagt einem der Kopf nur “anziehen, schnell anziehen”. Nach dem ich ungefaehr sieben Runden im Zimmer gelaufen war ohne irgendwas zu finden half mir gottseidank Sebastian mit meinen Sachen. Dann sind wir raus und da kamen uns schon die anderen Gaeste entgegen… uebrigens auch alle schoen angezogen – da sieht man wie der Mensch tickt… Naja, dann sind wir runter und standen vorm Hotel herum. Wir vermuteten aber schon laengst das wahrscheinlich nur einer in einem Nichtraucher-Zimmer geraucht hatte… das war damals als wir mit dem Jahrgang in London waren auch passiert. Naja, aufjedenfall rueckte dann aber die Feuerwehr sogar gleich mit drei Wagen mit Leitern und allem drum und drann an. Aber sie wussten wohl auch dass nicht viel sein kann, weil dann zwei von ihnen extrem gemaehchlich zur Rezeptionisten gingen und irgendwas mit ihr redeten… aufjedenfall gingen dann irgendwann alle wieder hoch. Hmm. Irgendjemand sagte auf englisch, dass er gehoert hatte, dass jemand geraucht haben musste… ja… also war unser Verdacht bestaetigt. Aufjedenfall gingen wir dann wieder ins Zimmer zurueck und schliefen recht schnell wieder ein… es war ja auch erst vier Uhr morgens…

Ja, wir hatten also eine aufregende Nacht und jetzt freuen wir uns auf einen ebenso spannenden Tag in Oslo! Endlich sehen wir mal mehr von der Stadt als nur den Bahnhof! :o)

Uebrigens – ich soll von Sebastian noch ausrichten dass es tatsaechlich ein Katameran war… er hat nachgeguckt oder so… ja.

Schoenste Gruesse!