The Big White.

Die Besetzung von “The Big White” liest sich ja umwerfend: Robin Williams, Holy Hunter, Giovanni Ribisi und Woody Harrelson! Wow…

Was man aber zum Regisseur sagen muss: Der hat eindeutig zuviele Filme der Cohen Brüder gesehen und dabei seine Aufgaben nicht so richtig gemacht.

“The Big White” ist ein netter nicht unspannender Zeitvertreib, aber irgendwie fehlt im das letzte Fünkchen das oft einen Cohen Brüder Film so brilliant macht: Im Endeffekt ist er nämlich zu versöhnlich und traut sich doch nicht so richtig in die Absurdheitskiste zu greifen, das hätte ihm vielleicht ganz gut getan!

Die Schauspieler auf der anderen Seite sind klasse – vorallem die wunderbare Holy Hunter die ihre Rolle der Margaret Barnell die unter einem eingebildeteten Tourett-Syndrom leidet absolut grandios spielt! Und auch Giovanni Ribisi überzeugt ziemlich als verbissener, erfolgsgetriebener Versicherungsbeamter Ted der Paul Barnell (Robin Williams) nicht abkaufen will dass sein seit 5 Jahren vermisster Bruder tatsächlich kurzfristig aufgetaucht ist und auch dann gleich noch gestorben ist und schon gar nicht will er ihm unter diesen Umständen die Lebensversicherung über 1.000.000 Dollar auslösen. Womit er auch recht behalten soll da Paul Barnells Bruder tatsächlich (zumindest bislang!) nicht heimgekommen ist und Paul einfach eine Leiche die er im Müll findet (die zwei Gangster dort “zwischengelagert” haben) für seinen Bruder ausgibt damit er an das Geld rankommt. Tja…

Das Piano.

Michael Nyman war in ersterlinie der Grund warum wir uns dieses cineastische Muss anschauten. Ich selbst halte extrem viel von Nyman, mag seine Musik sehr und hatte die Ehre ihn mal im St. Pöltener Festspielhaus bestaunen zu dürfen! Sehr fein…

Kaum Erinnerungen hatte ich an “Das Piano”. Ich wusste dass ich ihn mal gesehen hatte, im Fernsehen mit meiner Mutter zusammen. Und ich konnte mich dunkel daran erinnern, dass viel durch den Regenwald gegangen wurde – mehr war da aber nicht mehr da im Langzeitgedächtnis.

Erste Überraschung: Holy Hunter spielt die Hauptrolle! Das war mir nicht klar und ich war wiedermal absolut bezaubert von ihr! Sie ist eine der allerbesten Schauspielerinnen die ich so kenne. Sie ist so eigenartig und spielt mit so viel Leidenschaft! Ganz Groß hatte ich sie noch als Engel in “A Life Less Ordinary” von 1997 in Erinnerung!

Zweite Überraschung: Der Film ist grandios! Er ist still und leise, so wie die Hauptdarstellerin. Trotzdem ist er ein prächtiges, berührendes und opulentes Drama. Ada, gespielt von Holy Hunter, und ihre Tochter werden mit einem halbwegs wohlhabenden Landbesitzer der im neuseeländischen Regenwald wohnt verheiratet und dort von ein paar Seeleuten am Strand abgesetzt. Ada ist stumm, seit ihr Mann auf tragische Weise vor einigen Jahren gestorben ist und verständigt sich mit ihrer Tochter mittels Zeichensprache. Ihre große Leidenschaft und ihr Kommunikationsmittel ist ihr Piano das sie ebenfalls mit nach Neuseeland genommen hat. Ihr neuer Mann holt sie nach einiger Zeit vom Strand ab weigert sich jedoch das Piano mitnehmen zu lassen, weil es zu schwer ist. Alisdair, Adas neuer Mann, ist ein eher zurückhaltender im Grunde netter Mann der aber sehr mit mangelndem Respekt ihm gegenüber und anscheinend auch mangelndem Selbstbewusstsein zu kämpfen hat. In seiner Nähe wohnt George der schließlich das Klavier holen lässt und von Ada verlangt, nachdem er sich in sie verliebt hat, es sich zurückzuverdienen in dem sie für ihn Klavier spielt und er sie dabei anfassen darf. Natürlich fliegt alles irgendwann auf und alles nimmt seinen Lauf…