Verschwende Deine Jugend.

Tom Schilling sagt im Interview das als Extra zur DVD mitkommt, dass “Verschwende Deine Jugend” die Veränderung des Harry zeigen möchte, dem extrem jungen Manager der erfolglosen Münchner Neuen Deutschen Welle Band “Apollo Schwabing”, der, um seiner Band endlich zum ausbleibenden Erfolg zu verhelfen, den Zirkus Krone mietet und verzweifelt versucht D.A.F. dazu zu bekommen als Headliner neben eben “Apollo Schwabing” und anderen Münchner NDW-Bands aufzutreten. Was passiert – er stürtzt sich in Schulden, täuscht nur vor dass D.A.F. wirklich auftreten werden weil er nie zum Manager der Band durchdringt, fängt sich fast eine Klage derselbigen Band ein als die erfahren was los ist und bricht aus Geldnot in der Bank ein in der er selbst als Azubi arbeitet.

Aber keine Sorge – natürlich gibts ein Happyend und überhaupt tröpfelt die ganze Handlung etwas zäh vor sich hin. Tom Schilling wirkt nicht nur jung als Manager Harry sondern einfach viel viel zu jung. Das verleiht dem ganzen Film ein seltsames Abi-Feeling. Auch die verschiedenen Stadien der Verzweiflung sind nicht wirklich klar an Harry abzulesen… irgendwie schwimmt er immer gleichmäßig vor sich hin. Auch Christian Ulmen ist als Wieland Schwarz, einem gleich wichtigen wie gefürchteten Münchner Musikkritiker, nur mäßig toll. Einzig Robert Stadlober macht seinen Job als schwieriger und verquerer Möchtegern-NDW-Star ziemlich gut…

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The Big White.

Die Besetzung von “The Big White” liest sich ja umwerfend: Robin Williams, Holy Hunter, Giovanni Ribisi und Woody Harrelson! Wow…

Was man aber zum Regisseur sagen muss: Der hat eindeutig zuviele Filme der Cohen Brüder gesehen und dabei seine Aufgaben nicht so richtig gemacht.

“The Big White” ist ein netter nicht unspannender Zeitvertreib, aber irgendwie fehlt im das letzte Fünkchen das oft einen Cohen Brüder Film so brilliant macht: Im Endeffekt ist er nämlich zu versöhnlich und traut sich doch nicht so richtig in die Absurdheitskiste zu greifen, das hätte ihm vielleicht ganz gut getan!

Die Schauspieler auf der anderen Seite sind klasse – vorallem die wunderbare Holy Hunter die ihre Rolle der Margaret Barnell die unter einem eingebildeteten Tourett-Syndrom leidet absolut grandios spielt! Und auch Giovanni Ribisi überzeugt ziemlich als verbissener, erfolgsgetriebener Versicherungsbeamter Ted der Paul Barnell (Robin Williams) nicht abkaufen will dass sein seit 5 Jahren vermisster Bruder tatsächlich kurzfristig aufgetaucht ist und auch dann gleich noch gestorben ist und schon gar nicht will er ihm unter diesen Umständen die Lebensversicherung über 1.000.000 Dollar auslösen. Womit er auch recht behalten soll da Paul Barnells Bruder tatsächlich (zumindest bislang!) nicht heimgekommen ist und Paul einfach eine Leiche die er im Müll findet (die zwei Gangster dort “zwischengelagert” haben) für seinen Bruder ausgibt damit er an das Geld rankommt. Tja…

The Prestige.

Eigentlich würde man meinen man hätte sich in den letzten Jahren an Zauberer-Filmen satt gesehen, dank Frau Rowling. Dem ist aber doch nicht so, bzw. dieser Umstand kann ganz schnell mal durch einen wirklich guten Film relativiert werden!

Regie führte Christopher Nolan – und ich meine, was kann dann schon wirklich schlechtes bei rum kommen wenn jemand einen Film macht der uns 2005 dermaßen mit “Batman Begins” begeistert hat! Zu Anfangs wurde ja gemunkelt, dass ein weiterer Batman gedreht werden sollte – wär nicht so verwunderlich gewesen bei einer Besetzung die Chirstian Bale beinhaltet und auch Hugh Jackman der im Comichelden Bereich ebenfalls nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt ist!

Aber jetzt zum Film: Ich fand in großartig! Er ist spannend, er ist verwirrend, er lässt den Zuschauer wie in einem Versteckspiel immer hinterher jagen auf der Suche nach der Wahrheit und dem Geheimnis hinter allem. Ständig wird man aber doch auf eine falsche Fährte geführt und im nächsten Moment stößt man auch schon auf einen neuen Hinweis! Die Schauspieler sind grandios und David Bowie als Nikola Tesla mehr als ein Überraschungseffekt! Ein Film aus dem man rausgeht und eine Menge zu bereden hat, zu hinterfragen und möglicherweise auch zu bemängeln – trotzdem bleibt immer wieder der Bann und die Tatsache dass dieser Film einfach funktioniert und dass er möchte dass wir auch danach noch rätseln und grübeln.

So nebenbei sei noch erwähnt, dass ich mir hab sagen lassen, dass das Buch “The Prestige” von Christopher Priest, das hinter diesem Film steckt aufjedenfall auch den Kauf desselben wie die Lektüre wert ist!!

Little Miss Sunshine.

Nachdem ich über “Little Miss Sunshine” gelesen hatte wollte ich diesen Film auch unbedingt sehen – der muss gut sein!

Meistens kommt es aber anders und zweitens als man denkt… und übrig blieb nur ein fader Nachgeschmack. Mir ist unklar wohin dieser Film eigentlich wollte und was er uns sagen möchte… Die Charaktere wirken insgesamt seltsam beliebig und interagieren nur am Rande miteinander. Das ganze lässt läuft auch noch auf ein wenig aussagekräftiges Ende hinaus.

Ich weiß nicht. Auch wenn mir mal jemand sagte, dass manche Filme einfach nichts möchten, nichts aussagen und nichts bewirken wollen – so wirklich glauben kann ich das dann nicht. Und wenns so wäre funktioniert das für mich defakto einfach nicht. Manche Witze dieses Films schrammen sehr am Rande des guten Geschmacks entlang und kriegen aber ab und zu die feine Kurve doch nicht. Naja…

The Departed.

Ich bin ja nicht so der Action Typ. Aber ab und an ein guter Thriller, das ist schon was feines. Und wenns dann noch dazu einer vom großen Martin Scorsese ist kann man da sowieso nichts gegen sagen!

Und aller Erwartungen entsprechend ist “The Departed” auch ein großartiger Film mit großartigen Schauspielern. Leonardo DiCaprio überrascht äußerst positiv als Polizei Spitzel – er kanns ja doch richtig gut, das Schauspielern und schön langsam wächst er aus den Kinderschuhen auch raus! Jack Nicholson ist ohnehin fast ein Garant für einen guten Film und Matt Damon macht seinen Job auch ganz anständig. Ganz toll fand ich auch wieder Mark Wahlberg der einen immer wieder überraschen kann!

Ganz großes Kino…

Wonder Boys.

Das neue Jahr hat gut begonnen – nämlich mit einem alltime favorite, einem Film den man immer wieder gucken kann und der von Mal zu Mal einfach nur grandioser und wundervoller wird!

Zwar schon eine Zeit her, dass “Wonder Boys” im Kino lief aber jede gut sortierte Videothek muss ihn ohnehin im Regal stehen haben! Alleine die Cast-Liste spricht schon für sich: Michael Douglas, Toby Maguire, Katie Holmes, Robert Downey Jr., Frances McDormand! Und der Film hält auch alles was er rein äußerlich verspricht! Eine wundervolle Komödie über den verkrachten Creative-Writing Professor Grady Tripp (Micheal Douglas) der eben von seiner Frau verlassen wurde und sich verzweifelt mit einem nicht enden wollenden Buchprojekt quält, dass seinen ersten großen Erfolg fortsetzen soll, bei dem er aber mittlerweile auf Seite 2611 angelangt und noch immer kein Ende in Sicht ist. James Leer, ein begabter Student aus seiner Klasse mit einem starken Hang zu melodramatischen Lügengeschichten, stürtzt in sein Leben, erschießt den Hund des Uni-Kanzlers, mit dessen Frau Grady Tripp ein Verhältnis hat, und stielt nebenher noch dessen originale Marylin Monroe Jacke aus der Sammlung. Ausserdem kommt Tripps Verleger Terry Crabtree in die Stadt um seinem Autor auf die Finger zu schauen.

All das reicht vollkommen aus um einen Film mit wundervollem Witz, Charme und Intelligenz zu füllen und etwas ganz großes zu schaffen!! Unbedingt angucken!

Eragon.

Ein Film in dem John Malkovich und Jeremy Irons mitspielen – den muss man sich ja nun aufjedenfall mal anschauen! Schon aus reiner Respektsbekundung diesen großen (schon etwas grauen) Eminenzen gegenüber!

Zwischenzeitlich hatte ich von Lachkrämpfen erzählt bekommen die manch einer beim Sehen dieses Films bekam – ließ mich aber nicht beirren und marschierte hinein.

Lachkrämpfe hatte ich nun auch wirklich nicht. Die Geschichte ist solide. Jeremy Irons ist es meines Erachtens auch nicht möglich schlecht zu spielen und hinter dem Drachen steckte ordentliches CG das ihn sehr realistisch wirken ließ. Schade war, dass man viel zu wenig von John Malkovich sieht, was die zahlreichen Auftritte von Robert Carlyle (Begby aus Trainspotting und man munkelt möglicher nächster Doctor!) aber schon wieder gutmachen.

Insgesamt war der Film ganz solide, ganz unterhaltsam und ganz anständig gemacht. Aber nichts was uns nicht schon “Herr der Ringe” geboten hätte und dazu noch eine Spur zu handzahm und romantisierend. Vielleicht sollten die Leute da draußen lieber endlich verstehen dass man “Herr der Ringe” nicht so schnell wiederholen oder gar nachmachen kann und sich auf andere Genres stürzen – das wäre wohl sinnvoller… aber die neuen Kinotrailer lassen eher auf die verzweifelte Fortsetzung dieses Dillemas ahnen.