The Big White.

Die Besetzung von “The Big White” liest sich ja umwerfend: Robin Williams, Holy Hunter, Giovanni Ribisi und Woody Harrelson! Wow…

Was man aber zum Regisseur sagen muss: Der hat eindeutig zuviele Filme der Cohen Brüder gesehen und dabei seine Aufgaben nicht so richtig gemacht.

“The Big White” ist ein netter nicht unspannender Zeitvertreib, aber irgendwie fehlt im das letzte Fünkchen das oft einen Cohen Brüder Film so brilliant macht: Im Endeffekt ist er nämlich zu versöhnlich und traut sich doch nicht so richtig in die Absurdheitskiste zu greifen, das hätte ihm vielleicht ganz gut getan!

Die Schauspieler auf der anderen Seite sind klasse – vorallem die wunderbare Holy Hunter die ihre Rolle der Margaret Barnell die unter einem eingebildeteten Tourett-Syndrom leidet absolut grandios spielt! Und auch Giovanni Ribisi überzeugt ziemlich als verbissener, erfolgsgetriebener Versicherungsbeamter Ted der Paul Barnell (Robin Williams) nicht abkaufen will dass sein seit 5 Jahren vermisster Bruder tatsächlich kurzfristig aufgetaucht ist und auch dann gleich noch gestorben ist und schon gar nicht will er ihm unter diesen Umständen die Lebensversicherung über 1.000.000 Dollar auslösen. Womit er auch recht behalten soll da Paul Barnells Bruder tatsächlich (zumindest bislang!) nicht heimgekommen ist und Paul einfach eine Leiche die er im Müll findet (die zwei Gangster dort “zwischengelagert” haben) für seinen Bruder ausgibt damit er an das Geld rankommt. Tja…

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Heaven.

Auch wiedermal so ein Film der seit den Trailern 2002 immer wieder so in meinem Kopf herumgeisterte: Sollte man sich ja anschauen, aber wer weiß ob der so gut ist. Giovanni Ribisi war ja einer der Filmhelden meiner Pubertät – “SubUrbia” der tolle Film über pubertierende Aussichtslosigkeit, seine Auftritte als jugendlicher Freund einer alternden Handarbeitslehrerin bei “Friends” oder auch sein Part in “Lost in Translation” als cooler Rocker sind so Sachen die man immer gerne gesehen hat!

heaven

Aber aus irgendeinen Grund hab ich mir dann nie “Heaven” angeschaut. Teils vergessen, teils geglaubt, dass das nicht viel sein kann. Unlängst fiel er mir dann wieder in der Angebots-Ramsch-Kiste eines Elektronikmarktes entgegen. Also kaufen und dann endlich mal schauen!

Positiver überrascht kann man wohl kaum sein! Der Film ist wunderbar. Sehr ruhig, wenig Dialoge. Aber wahnsinnige Bilder (alleine die zweite Anfangsszene, eine Oberansicht von Triest nimmt einem einfach den Atem!) und wo Musik vorkommt ist es ein wunderschönes Klavierstück dass einen vielleicht an “Das Piano” erinnert oder vielleicht noch viel mehr an “Eyes Wide Shut”!

Der Film beginnt als Thriller. Eine junge Frau will sich an einem Drogenboss rächen und legt eine Bombe in sein Büro. Durch einen schrecklichen Zufall bleibt er aber verschont und vier Unschuldige kommen um. Sie wird festgenommen und verhört. Niemand will ihr aber glauben, weil die Polizei ihre eigenen Finger in der Sache drinnen hat und alles vertuschen möchte. Bei den Verhören ist ein junger Carabinieri anwesend, Filippo, der sich Hals über Kopf in Philippa verliebt und ihr zur Flucht verhelfen möchte. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten…

Tom Tykwer (der uns ja dieses Jahr schon mit der wirklich gelungenen Verfilmung von “Das Parfum” erfreut hat!) sagt selbst über den Film dass es um ein Zusammenwachsen zweir Persönlichkeiten geht. Und tatsächlich werden Philippa und Filippo im Laufe des Films immer ähnlicher was sich auch wunderschön durch Äußerliches manifestiert bis sie im Ende endgültig wieder eins werden.

“Heaven” ist ein großartiger Film und zeigt endlich wiedermal zu was Kino auch im stande sein kann: Zu intelligenten Dialogen und Bildern und zu ganz großen Geschichten die so leise und unscheinbar daherkommen. Und vorallem dass es auch möglich ist, dass deutsche Regisseure richtig gute Filme machen!