Tag 21. (oder – Wie uns der Reisegott verliess…)

Ein grosses Hallo aus dem grossen Stockholmer Bahnhof! Mittlerweile sind wir sogar Herr ueber ihn geworden und finden uns annähernd in seinem unterirdischen Gewirr aus Gängen und Hallen zurecht! Aber Stockholm insgesamt ist interessanter Weise Orientationstechnisch eine harte Nuss – in ihr hat sogar Sebastian, der uns zielsicher und und Vertun bis jetzt von Stadt zu Stadt und von Sight zu Sight gelotzt hat, einen ebenbuertigen Gegner gefunden! Und das will was heissen! Vorgestern haben wir uns so richtig schoen beim Heimfahren mit der U-Bahn (oder ihr T-Bahn genannt) verfahren… und dann auch noch gleich vergangen und nochmal verfahren. Wir haben dann zwar heimgefunden, aber Sebastian wurmte das schon ungemein. Aber am nächsten Tag gab es die Revange und Sebastian konnte seinen Titel “Master of Towns in Orientation” zurueckerlangen!

Zur Zeit sitzen wir beide etwas baff und bräsig am Hauptbahnhof, genauer gesagt in der Centralhallen herum nachdem ich mich 1 1/2 Stunden an den diversen Schaltern herumgeschlagen habe. Die Fahrt Stockholm – Malmö die wir nehmen wollten ist ausgebucht, der Zug darauf auch. Und nachdem ich dann nach einer kurzer Lagebesprechung mit Sebastian zurueck zu den Schaltern kam war dort inzwischen deren gesamtes Computersystem zusammengekracht. Sie hoffen dass es vielleicht in 1, 2 Stunden wieder geht – muss aber nicht sein… Nun. Was will man da tun?! Nix. Man muss das sportlich sehen denke ich. Erstens hatten wir bisjetzt eh nie Probleme mit den Zuegen, abgesehen mal von der Fahrt Oslo – Bergen wo wir nicht wussten das wir reservieren mussten und dann im Zug noch Tickets fuer die Comfort Klasse kaufen mussten (aber es soll uns was schlimmeres passieren! ;o) ). Zweitens ist das doch das täglich Brot von Interrailern und Helden wie uns: Die Ungewissheit, die 5 l Kaffee täglich die man während des Wartens trinken muss, die Spontaneität und die Ungebundenheit! Solange wir irgendwie morgen in Trelleborg unsere Fähre nach Deutschland erreichen, ist mir das gleich wie wir fahren… Aber wir werden sehen. Ich hoffe ja mal die kriegen ihre Hard- und Software wieder zusammengeschraubt und der Wahnsinn kann weitergehen! :o)

Gestern gab’s noch volle Besichtigungs-Action hier in Stockholm… Zuerst schlenderten wir eine enorm beflaggte quasi-Mariahilferstrasse hinunter und kamen dann zum Vorplatz des Hauptbahnhofs (oder auch Hinter- oder Nebenplatz – hier in Stockholm weiss man solche Sachen nicht so genau…) gingen dann ins Kulturhaus wo ich zwei formschöne Badges erstand fuer meine Jacke – blöd nur dass wir bis jetzt nicht genau entziffern konnten was das heisst was da drauf steht (um sachdienliche Hinweise wird gebeten!): Auf derm ersten steht “Bli min pall”, was ich frei mit “Sei mein Freund” uebersetzte und deshalb entzueckt erstand. Nachschlagen im Wörterbuch und im Internet hat aber ergeben dass es so etwas wie “Sei meine Palette” oder “Sei mein Strohlager” oder so heistt… hmmm. Badge zwei trägt die schöne Inschrift “Kungar med pungar” – muss ja sowas wie “Eile mit Weile” oder “Ohne Schweiss kein Preis heissen”… hmm… unsere intensiven Uebersetzungsversuche ergaben: “Königlich mit Beutel”… Häää? Naja. Kann bei uns ja sowieso keiner lesen – gottseidank wahrscheinlich! ;o)

Dann fuhren wir auf’s Dach des besagten Hauses und nahmen einen Kaffee zu uns, auf die Dächer von Stockholm blickend. Dann gings wieder runter und zur nächsten Destination – Vasa Museum! Als ich davon das erstemal hörte, dachte ich die Stellen da Knäckebrot zwischen 1802 und 1993 aus. Falsch gedacht! Die Vase war ein Kriegsschiff das Anfang des 17. Jahrhunderts in den Krieg gegen Polen ziehen sollte. Das Problem war nur dass es zur Familie der Fehlkonstruktionen gehörte und sofort im Hafen Stockholms auch wieder unterging. Dort lag es dann bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts und wurde dann wieder ans Tageslicht geholt um jetzt im Vasa Museum in voller Pracht, Groesse und Gruselhaftigkeit fuer 80 Kronen pro Personen, Studenten 40 Kronen, besichtigt werden zu können! Das tat unsereins dann auch und es war wirklich ziemlich beeindruckend…

Ja und heute geht’s ja eigentlich auf nach Malmö um von dort morgen nach Trelleborg wo unsere Fähre nach Deutschland, um genauer zu sein Ruegen (Ruegen!!! Ich seh Ruegen!! Freude, Freude!) , ablegt. Und dann sind wir ja noch bis Freitag in Berlin und machen dort die Gegend unsicher!

Ja, ein bisschen Helden sind wir inzwischen vielleicht wirklich geworden! Aufjedenfall geht das mitm Schleppen und Hatschen schon ganz gut… Lustig ist dass wir heute, als wir so darueber nachgedacht haben, dass Morgen die Reise durch Skandinavien zuende ist wir weder traurig noch froh waren… Ich glaub wir können uns das gar nicht vorstellen, nach drei Wochen ´Herumfahrerei und allem… hmm. Es war aufjedenfall klasse! Wirklich wahr… und Berlin wird auch nochmal klasse! :o)

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About Mardou
Hi! My name is Manuela Heidenreich but sometimes I'm Mardou around the web. I live in Vienna, work as a multimedia designer and try to be an illustrator in my spare time. This blog is about everything that fascinates me - no more, no less.

One Response to Tag 21. (oder – Wie uns der Reisegott verliess…)

  1. Theres says:

    gottverlassen in den weiten einer großstadt

    Hallo mein Elgpigen (Elchmädchen),

    na das ist aber schon bedenklich, dass Sebastians Orientierungsinstinkt nachlässt…es wird Zeit, dass ihr wieder in kleinräumige heimische Gefilde zurückkehrt.

    Ich hoffe schwer, dass ihr nach dem Debakel auf dem Bahnhof doch noch einen Zug erwischt, der euch nach Malmö bringt! Ach, was leide ich doch mit euch!

    Ja ja, die Wasa…uns Alten noch bekannt, wir halten sie nicht für Knäckebrot…ggg. Muss wirklich beeindruckend sein.

    Marions Kommentar von gestern war wieder Mal treffend ;-).

    Bei uns ist alles ok. Wir waren gestern abend in der Kirche bei der Taufe von Antonia Dienstbier, es war eine schöne Feier. Nachher gabs eine tolle Agape (Sebastian! Keine Agathe!) im Pfarrsaal mit kaltem Buffet…große Käse- und Schinkenplatten und dazu frisch geräucherte Forelle vom Taufkindvater selbst gefangen und ganz frisch geräuchert…mmmhhh lecker.
    Heute waren wir auch in der Messe (Intention für Tante Kunigunde und Onkel Josef), danach sind wir nach Karlstetten gefahren und haben dort mit den Kuglers alt und jung gegessen. Wir wollten eigentlich einladen, aber Marianne hat still und heimlich bezahlt. Anschließend waren wir noch in Hafnerbach und hatten einen schönen Nachmittag…gute Laune war angesagt!!! Eben heim gekommen, musste ich gleich hier rein schauen.

    Mittwoch fahren wir zu Tante Renate ins Waldviertel, es ist der einzige Tag, den wir irgendwie frei machen können (momentan gehts ein bissel rund), ich muss nur meine Sauerstofftherapie verschieben. Am Donnerstag fahr ich wieder zu den beiden Stöpseln…Sandra muss ins Ministerium, ich glaub da ist irgendeine Feierstunde – bin mir aber nicht sicher – auf jeden Fall braucht sie für den Nachmittag einen Babysitter.

    Elias ist begeistert vom Gym, es gefällt ihm sehr gut.

    Ich drück die Daumen, dass ihr schon im Zug sitzt.

    Bussi! Wir freuen uns schon sooo sehr auf euch! Schöne Tage in Berlin wünsche ich euch! Und meidet bitte in Zukunft Wäschereien…besser dreckige Jeans als eingegangene.

    Großer Drücker für euch Beide!
    Mama und Papa

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