Amarcord.

Es gibt ja so einige ganz große Regisseure von denen alle sprechen und die man in jedem Fall kennen wenn nicht sogar lieben sollte. Meistens geht man aber dem ganz großen Kino, wie es genannt wird, auch immer wieder durch die Federn – mal absichtlich, mal unabsichtlich mal irrtümlich. Was soll man da schon machen…

Gut ist es deshalb wenn motivierte Professoren halbmotivierte Studenten durch Anwesenheit in ihren Vorlesungen einfach in den Genuss des großen Kinos und der guten alten Filme bringen – so tut man endlich mal das, was man schon lange tun wollte und wo man jetzt auch nicht drann vorbei kommt! Sehr gut.

Vor einigen Jahren stand deshalb schon mal Fellinis (der ja auch im Himmel neben den anderen ganz großen Regisseuren einen Ehrenplatz hat!) “8 1/2” auf dem Plan und hat geschmeckt – sehr gut sogar! Natürlich muss man sich da mal erst drauf einlassen – schwarz/weiß und etwas befremdlich ist das alles. Wie ein Gemälde von Dali und man weiß nicht ob man fortlaufen oder beeindruckt stehenbleiben soll. Dann nimmt man alles schrecklich ernst und kommt drauf, dass das auch der falsche Weg ist und es dauert ein bisschen bis man es sich bequem gemacht hat mit dem Herrn Fellini und dem alten Schinken auf der Leinwand. Doch wenn es soweit ist und man die Angst und die Verständnislosigkeit und die übertriebene Ernsthaftigkeit endlich abgelegt hat und schließlich beschließen konnte einfach den Film zu gucken… – dann entdeckt man etwas. Nämlich dass dieser Film grandios ist! Und dass er noch dazu Spaß macht!

Hat man diese erste Hürde überwunden ist es anscheinend nicht mehr so schwierig Fellini treu zu bleiben. Bei “Amarcord” hatte ich ungleich weniger Schwierigkeiten. Das mag aber auch daran liegen dass Dali scheinbar seine Finger nicht so tief drinn hatte wie bei “8 1/2” und dass Fellini eine sehr autobiographische Geschichte über eine kleine Stadt in Italien erzählt. Wir begleiten das Dorf und seine Bewohner durch vier Jahreszeiten und lernen sie mit allen ihren Schwächen, Stärken, Dummheiten, Hässlichkeiten und Schönheiten kennen. Episodenhaft erzählt Fellini mal ein bisschen hier und ein bisschen dort und schafft es doch allem Sinn und Berechtigung zu geben. Der Film kommt ohne große dramatische Momente wie ohne kitschige Liebeszenen aus sondern scheint das damals, natürlich stark von Faschismus geprägte, Leben in Italien einfach so einzufangen wie es ist.

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About Mardou
Hi! My name is Manuela Heidenreich but sometimes I'm Mardou around the web. I live in Vienna, work as a multimedia designer and try to be an illustrator in my spare time. This blog is about everything that fascinates me - no more, no less.

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