das haben sich die jugendlichen selbst aufgebaut.

Back home from the road. St. Pölten – Hagenberg – Wolfgangsee – Salzburg – St. Pölten in 3 Tagen. Schön war’s. Entspannt war’s. Sehr touristisch war’s auch nebenan im Ort mit dem, wie könnte es anders sein, wohlklingenden Namen Sankt Wolfgang. “Don’t go to Sankt Wolfgang!” Unter gar keinen Umständen. Es sei denn Du pflegst eine innige Zuneigung zu überteuerten Lebensmitteln, irrwitzigem Brauchtums-Klimbim oder Trachtenläden.

Gottseidank blieben wir auf dem Campingplatz ziemlich verschont von dieser Österreich-Propaganda. Autos geparkt, Bier geparkt, Zelte geparkt – uns geparkt. Und dann in ziemlich genau dieser Stellung 2 Tage verharren. Ich hatte schon lange nicht mehr so intensiven Kontakt zu Mutter Erde wie in den letzten 3 Tagen! Aber ein bisschen Bodenhaftung hat noch keinem geschadet.

Nur bei aller Nettheit und Gemütlichkeit die so eine Zelterei/Grillerei/Schwimmerei mit sich bringt bekommt man es dann doch irgendwie ab und an mit der Angst zu tun: Wir sind +/- 23 Jahre alt und Dinge wie selbstgemachter Kartoffelsalat, Tupperware, Kartenspiel-Nachmittage und gedachte Tretbootromantik schleichen sich ein. Versteht mich nicht falsch. Das sind ja schöne Dinge. Dinge an denen man sich ja durchaus erfreuen kann, die fein sind und Spaß machen. Nur ab und an, wie gesagt, da erschreck ich mich und muss daran denken dass wir ja doch auch einfach alle mal wie unsere Eltern werden. Und Dinge wie Tupperware bestärkt einem hinterlistigst in dieser Angst. Aber wie entflieht man dem? Und was wär die Alternative? Ich hab darüber nachgedacht und mir fällt nicht so recht was ein. Es ist ja schön älter zu werden. Alles wird irgendwie ruhiger und überschauberer. Aber es kriegt auch sowas… zahmes. Kartoffelsalat-Betäubung.

Aber was hilft’s wenn man selbst die Lösung nicht kennt und ja selbst bis zu den Knien in selbstgemachten Kartoffelsalat und Tupperware steht? Deshalb… kann ich’s für’s erste nur mit Tocotronic halten:

wir haben gehalten
in der langweiligsten Landschaft der Welt
wir haben uns unterhalten
und festgestellt dass es uns hier gefällt
die Ausbeutung des menschen
erreicht eine neue Qualität
und wie man allerorten hört
wird die Gartenbaukunst hier noch gerne gepflegt

ich höre dich sagen
mehr leise als laut
“das haben sich die jugendlichen
selbst aufgebaut”

und alles was wir hassen
seit dem ersten tag
wird uns niemals verlassen
weil man es eigentlich ja mag

Ich weiß nicht. Ich will mich nicht unsympathisch machen. Vielleicht hab ich zuviel gedacht oder zuwenig. Oder zuwenig oder zu schlecht geschlafen. Ich weiß nicht. Es war aufjedenfall eine schöne Zeit die ich nicht missen mag! Und… mit gewissen Leuten würd man sich ja schließlich auch einen Gartenzwerg kaufen gehen! ;o)

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About Mardou
Hi! My name is Manuela Heidenreich but sometimes I'm Mardou around the web. I live in Vienna, work as a multimedia designer and try to be an illustrator in my spare time. This blog is about everything that fascinates me - no more, no less.

3 Responses to das haben sich die jugendlichen selbst aufgebaut.

  1. Astrid says:

    kartoffelsalat ist nicht zu verschmähen :)

  2. Mardou says:

    Vorallem gibt’s ja Kartoffelsalate mit unterschiedlichster Gesinnung! Insofern ist Kartoffelsalat nicht gleich Kartoffelsalat! ;o)

  3. Astrid says:

    hm…. ja… vorallem mit tocotronic im blut… :)

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