werden wir uns versteh’n.

Die Woche hat zwar längst begonnen… doch so recht glauben kann ich’s noch nicht und das Wochenende ist mir noch viel zu nah und verlangt auch erstmal einer genaueren Betrachtung bevor diese Woche den Rest von mir haben kann. Es war ein Wochenende – und was für ein Wochenende!

Doch bevor mich der lange Wortschwall einholt Ausschnitte aus einem vor einer knappen halben Stunde geführten ICQ-Gespräch:

Mardou (11:41 PM) : ohhh… wir habne ja soooviel zu erzählen!

astrid (11:41 PM) : das problem ist bloß, dass die erlebnisse sooo schwer in worte zu fassen sind..

(…)

Mardou (11:45 PM) : wie… fliegen… in die vergangenheit und die zukunft gleichzeitig!

astrid (11:45 PM) : schön wäre gewesen, mit ihnen ein wenig zu reden…

Mardou (11:47 PM) : man möchte reden wie mit alten freunden, oder? nur… das sie keine sind… für einen selbst wohl schon… aber für sie ja nicht…

Okay… ich sag euch was geschehen ist, was mit uns geschehen ist – das Donauinselfest ist geschehen, Heinz aus Wien und Tocotronic sind geschehen und wir sind geschehen… So sind wir schon lange nicht mehr geschehen.

Diskursrock // Diskurs = vorrangig in der Bedeutung “erörternder Vortrag” oder “hin und her gehendes Gespräch” verwendet (vgl. Wikipedia). // Rock = dient als Oberbegriff für Musikrichtungen, die sich ab den 50er-Jahren mit dem Aufkommen des Rock’n’Roll entwickelt haben. // Rock’n’Roll = Rock ’n’ Roll (kurz für Rock and Roll) ist ein nicht klar umrissener Begriff für eine US-amerikanische Musikrichtung der 1950er und frühen 1960er Jahre und das damit verbundene Lebensgefühl einer Jugend-Protestkultur.

Aber vielleicht sollte man am Anfang beginnen…

Linz Hauptbahnhof – Wien Westbahnhof… es ist heiß, sehr heiß und die Städte brüten vor sich hin als käme ihnen gleich ein wahnsinnig toller Gedanke. Rein in den Zug, raus aus den Zug – rein in die Stadt! Eiskaffe mit Familienanhang (und endlich zum erstenmal halb selbst peinlich berührt die Worte “Bist Du groß geworden!” gesprochen), Verabschiedung pelziger Freundinnen (Freitag und Maya alias Wuzel ich grüße euch!), Fixpunkt Raucherfenster, Fixpunkt Gitarre – Fixpunkt gute alte Zeiten, Parreegriffe, Leitungswasser mit energiespendenden Steinen angereichert, Fixpunkt Leben!

Und 10 Jahre die wir zu feiern haben, Astrid, 10 Jahre die man sich kennt. Wie haben wir uns heute so schön betitelt? Konstanten. Wie meinte ich vorgestern? Lebensmensch. All das triffts auf den Punkt und doch immer daneben, weil wie sagt einer der es beschreiben möchte?! Am besten gar nichts. Am besten wir singen von getöteten Fröschen, teilen uns eine Zigarette und lassen uns selbst hochleben. Und die beruhigende Sicherheit – das was ich über mich vergessen habe weißt du noch.

Donauinselfest – wir habens geschafft. Stereo Total rocken. Und Heinz aus Wien rockt erst so recht! Wir haben die verstaubten Kisten der Erinnerung weit geöffnet und berieseln sie mit dem neuen Staub der Donauinsel!

damals irgendwo, in ägypten // bier aus der flasche und eistee von lipton // sie haben gesungen und ich hab fast geweint vor glück

warum stehen die größten immer nur vor mir // ob ich das versteh war dir doch egal // ich weiß jetzt warum ich freiburg hasse // und ich war noch nichtmal dort

und ich hab mit tocotronic bier getrunken // und du hast sie nur live gesehen // und ich, ich war ziemlich angetrunken // ich werd sie live mal wiedersehen

unser wiedersehen am tag als der pop kam // hamburger fussball, riesenrad fahren // viele worte klingen jetzt noch immer nach

(Heinz, Ich hab mit Tocotronic Bier getrunken)

Ein Tag auf der Rossauer Lände verging und mündete in einen schwülen Abend… mit Vorfreude auf… Tocotronic. Was geschehen ist? Ich weiß es nicht. Es hat mich mitgerissen und ich bin noch nicht angekommen, aber es war mit voller Wucht. “Dankeschön” haben sie gesagt… ich weiß gar nicht was ich sagen soll… Ich habe nachgedacht – ich habe mir “Es ist egal aber” gekauft, 15-jährig und eben in der Hak angekommen, weil die im Libro Magazin sagten (und auf die hielt ich was, weiß nicht ob das immer so richtig war, aber ich tats) kauft euch das, Tocotronic muss man haben. Und ich fand die Enten lustig. Und ich fand die Musik wild und wütend traurig. Und ich fand die Texte sprächen mir aus der Seele. Aber ich habs damals auch nicht so ganz verstanden was sie sprachen. Versteht man’s jetzt? Man interpretiert… man stellt 8 Jahre Leben auf die eigene Seite der Gleichung und denkt sie geht auf. Und man mag die Enten noch immer.

Mardou (11:51 PM) : ein bisschen muss ich auch schmunzeln… über mich damals… aber einiges versteh ich jetzt erst richtig…

astrid (11:52 PM) : ja… natürlich… ich muss auch über mein damaliges ich schmunzeln… aber irgendwie ist das ja doch noch da…

astrid (11:52 PM) : ist immer ein teil von uns…

Mardou (11:52 PM) : ja… der kern ist der selbe… nur das drumherum… das bisschen mehr erfahrung… das hat ein paar dinge geändert…

Tocotronic soll selbst sprechen:

So jung kommen wir nicht mehr zusammen
So jung jung werden wir uns nicht mehr sehen
Und ich find’ es war schön
doch ich weiß nicht genau
werden wir uns versteh’n

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About Mardou
Hi! My name is Manuela Heidenreich but sometimes I'm Mardou around the web. I live in Vienna, work as a multimedia designer and try to be an illustrator in my spare time. This blog is about everything that fascinates me - no more, no less.

5 Responses to werden wir uns versteh’n.

  1. Astrid says:

    obwohl wir uns zwar physisch in der vergangenheit, vom herzen in der vergangenheit und mit der seele in der zukunft befunden haben, sind wir doch der zeit entflohen… zeitlos… als ganzes… als ganze konstanten…
    viel gefühl, ein bisschen melancholie, aber auch freude darüber… wirklich seltsam, das alles in worte zu fassen…
    und dann noch ein garten, der die seele unglaublich berührt… und doch die enge verbindung zwischen gut und böse erkennen lässt…
    nichts ist nur schwarz oder weiß… genau, das ist es…

  2. Astrid says:

    “du streichst mir über mein gesicht, gegen die welt, gegen den strich – meine liebe, dein verzicht…” auf repeat… immer und immer wieder… bis es ein teil von mir ist… nicht mehr weg zu denken aus meinem herzen…

  3. Mardou says:

    gegen den strich

    “talent borrows, genius steals”… in diesem sinne lass uns stehlen was der teufel hält! “Ich glaub ich kanns erst jetzt verstehen – wir müssen durch den Spiegel gehen”!
    Und wenn das auch kein Wörterbuch ist… so ist es doch die Worte wert.
    Ich grüße Dich Astrid! Die Illusion wird Menschenrecht!

    P.S.: Ich bin nicht allein mit meiner Sucht – vor den Spießern auf der Flucht!

  4. Astrid says:

    du denkst an mich
    ich denk an dich
    gegen die welt
    gegen den strich
    unser denken verbündet sich
    gegen die welt
    gegen den strich
    jeden morgen, jede nacht…

  5. Astrid says:

    lange nacht… wirre gedanken… herzen voll schöner momente… das leben ist so lebenswert… mit allen guten und “schlechten” momenten… lass uns gemeinsam wachsen… miteinander teilhaben am leben des anderen…
    schön, dass es dich gibt…
    schön, momente mit dir teilen zu können…
    du verstehst mich, meine gedanken… viele phasen meines leben besser als manch andere…
    danke!

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